Sonntag, 11. Juli 2010

Ist jetzt Home Videobearbeitung am PC für Jedermann problemlos möglich?

Praxistest mit der Videosoftware Pinnacle Studio.

Seit über 10 Jahren bewerben verschiedene Softwareanbieter, wie vor allem Pinnacle mit dem Pinnacle Studio, Adobe mit Adobe Elements, Ulead mit ihrem Videostudio sowie Magix die einfache und komfortable Bearbeitung von eigenem Filmmaterial am PC mit anschließender Erstellung einer fast professionellen DVD inklusive Menu, Kapiteln usw.- und das alles auf einem Standard Home PC mit Softwareversionen zum Preis von unter 100 Euro, wo doch Profi-Software und Hardware für die Videobearbeitung schnell einen 5 bis 6stelligen Betrag verschlingen.

In den ersten Jahren der Videobearbeitung am PC waren die Versprechungen aufgrund der viel zu langsamen Hardware und den ständigen Abstürzen zwar theoretisch umsetzbar, in der Praxis jedoch nur mit sehr starken Nerven und erheblichen Einbußen bei der Qualität mehr schlecht als recht zu verwirklichen. Doch dies hielt die Softwarehersteller nicht davon ab, mit immer neuen Versionen ihrer Software und neuen Versprechungen uns Kunden zu locken.

Seit Jahren verfolgen wir nun diese Entwicklung. Viele Tausenden von Usern haben Stunden um Stunden mit Rendern (dem Erstellen von Filmdateien) und dem endlosen Klicken an Übergangseffekten und Menus bei der Filmerstellung zugebracht. Anderes, als seit Jahren von den Video-Softwareherstellern versprochen, war diese Arbeit in der Vergangenheit neben erfolgreichen Filmerstellungen leider oft auch von Enttäuschungen und Frustrationen beim Einspielen und Bearbeiten des Videomaterials am PC begleitet. Von ständig abstürzenden PCs, von ruckelnden Filmen, von nicht synchronen Tonspuren, von stundenlangem Rendern mit abschließender Fehlermeldung, von großen Schwierigkeiten beim Einladen unterschiedlicher Filmformate usw. sowie ewigen Wartezeiten können viele sicherlich ein Lied singen.

Doch wie unser Test ergab, scheinen diese Zeiten nun vorüber zu gehen. Glücklicherweise hat sich in den letzten Jahren viel in der Videobearbeitung am Computer getan. Die bezahlbare Rechnerpower hat erheblich zugenommen, sicherlich eines der wichtigsten Voraussetzungen zum Bearbeiten von Videos. Die nun aktuellen Festplatten von über 1 TB bewältigen die großen anfallenden Datenmengen spielend. Seit Windows XP ist es Microsoft ja auch gelungen recht stabile Betriebssysteme für Multimediaanwendungen zu entwickeln. Die Entwicklung geht immer weiter, aktuellen Videosoftware Versionen bieten nun auch das Bearbeiten und Erstellen von HD Filmen sowie von unterschiedlichen Filmformaten für Handys, den IPod sowie den schnelle Upload von Filmen auf YouTube.

Dies haben wir zum Anlass genommen, voller Optimismus die Sache der Hobby- Videobearbeitung am PC am Beispiel der Pinnacle Studio Software nochmals aktuell unter die Lupe zu nehmen. Hier interessierte uns auch die Frage, inwieweit die Investition in die neuste Version des Pinnacle Studios lohnt oder ob es auch mit älteren Vorgänger Versionen genauso gut möglich ist eigene DVDs zu erstellen. Hierfür wurden ältere Versionen Pinnacle Studio 8,10,12 und die aktuelle Version Studio HD für unseren Test herangezogen. Gespannt waren wir auch auf die Geschwindigkeit in der Videobearbeitung bei den neueren Software Versionen, da diese zum rendern verstärkt auf den Grafikchip der Grafikkarte mit zugreifen.

Die Installation der einzelnen Pinnacle Studio Versionen sowie des jeweiligen Bonus Materials verlief eigentlich problemlos, dauerte aber aufgrund der großen Datenmengen ihre Zeit. Schwierig wird es nur, wenn mehrere Pinnacle Versionen mit verschiedenen Bonuspaketen auf demselben PC installiert sind oder waren, aber dazu später noch mehr.


Foto: aktuelle Version Pinnacle StudioHd, Ultimate Edtion


Auf den ersten Blick sind sich alle von uns verglichenen Versionen des Pinnacle Videostudios in ihren Grundfunktionalitäten sehr ähnlich. Das Arbeiten mit der aktuellen Version Studio HD fällt, wenn man z. B. die Version 8 von früher kennt, sehr leicht. Abgesehen von einem immer moderner wirkenden optischen Style der Software ist die Bedienung nahezu gleich geblieben.

Aber im Detail sind dann doch deutliche Veränderungen und Weiterentwicklungen erkennbar. So ermöglichte die sehr alte Version 8 nicht einmal die Vollbilddarstellung in einer höheren Auflösung, was beim Arbeiten so sehr stört, dass sie in unserem Test gleich aussortiert wurde. Mit den Versionen Studio10, 12 und Studio HD ließ sich in unserem Test recht vernünftig arbeiten.


Foto: Pinnacle Studio HD

Bei der Erstellung einer Test DVD aus unterschiedlichem Filmmaterial, unter anderem von YouTube, sowie verschiedener mpeg und avi Filmdateien konnten wir zu unser großen Freude recht schnell und ohne allzu große Schwierigkeiten Erfolge vermelden. Das Einfügen von Übergangseffekten, Unterlegen der Filme mit Musik, das Erstellen eines DVD Menüs einschließlich Kapiteln, sowie das anschließende Rendern und Brennen auf einen DVD Rohling klappte auf Anhieb. So weit, so gut. Aufgrund des von uns verwendeten Dual Core Rechners mit einer Grafikkarte mit ATI 4350 Chipsatz ging das Rendern auch deutlich schneller als früher. Je nach Filmlänge, Art des Menüs und der Effekte kann es aber einige Stunden in Anspruch nehmen. Während des Renderns ist die weitere gleichzeitige Nutzung des PC nur sehr eingeschränkt möglich und nicht unbedingt empfehlenswert, da die Software sehr viel Rechenpower in Anspruch nimmt.

Als wir anfingen, bei der Erstellung der DVDs größere Schwierigkeiten einzubauen, wie z. B. ein Menu mit 50 Kapiteln mit Kapitelnamen, oder beim Erstellen von grafisch aufwendigen Untertiteln traten trotz schneller Hardware leider auch bei den neueren Softwareversion wieder alt bekannte klein aber erträgliche Pinnacle Studio Krankheiten auf. Wie die Tatsache, dass sich Grafik- und Textelement beim Speichern von selbst gestalteten Menüs und Untertiteln manchmal auf unerklärliche Weise verschieben. Leider kam es auch bei Version 12 und 14 in unserem Test hin und wieder zu Abstürzen, insbesondere bei der Nutzung von komplizierten Motion Menüs, dies aber auch erst, als wir anfingen die vorgegebenen Templates zu verändern. Für uns war aber festzustellen, dass die Stabilität der Software von Version zu Version zuzunehmen besser wird und z. B. die teilweise früher auftretenden Fehler bei der automatischen Kapitelnummerierung in der HD Version nicht mehr auftraten.

Auch unterstützt das neue HD Studio nun erfreulicherweise noch mehr Videoformate als die Vorgänger Versionen. Wobei wir auch hier an Grenzen stießen. Nicht alle testweise ins StudioHD eingeladenen Videodateien konnten richtig verarbeitet werden. So traten bei der Verarbeitung von einigen Mpeg Dateien aus DVD Recordern sowie von Satreceivern Fehler auf, die eine Bearbeitung unmöglich machten.

Wie unsere Tests ergab, reicht aber zum Anfertigen einer eigenen DVD oder von einfachen Filmen für YouTube etc. die ältere 10er Version bereits aus. Die grundsätzlichen Filterfunktionen, Übergangseffekte, DVD Menüs, Untertitel und Bildfunktionen sind in Version 10 ebenfalls schon vollständig enthalten. Leider mussten wir aber feststellen, dass die ältere 10er Version mit neuer Hardware anscheinend Probleme hat. So liefen bei uns im PC aufgrund von Schwierigkeiten mit dem Ati Radeon Grafikkartentreiber einige Übergangseffekte mit der alten 10er Version einfach nicht. Bei den neueren Studio Version 12 und HD war dies aber kein Problem.

Beim Testen konnten wir zusätzlich feststellen, dass der Zeitaufwand für das Rendern eines Test Movies ins Mpeg Format mit der neuen Studio HD Version nur halb groß war wie noch bei der älteren Version 10 bei gleicher Hardware. Der Grund dafür ist, dass die Studio Software ab Version 12 nicht nur auf die CPU des PCs sondern auch verstärkt auf den Prozessor der Grafikkarte, bei uns ATI Radeon 4350 zum Videorendern mit zugreift. Dies erhöht die Performance deutlich. Dies kann bei der Erstellung einer DVD schnell mal einige Stunden Unterschied ausmachen. Weiterhin erschien uns die Bildqualität der Versionen 12 und der Studio HD besser, als noch bei der Version 10. Das früher bekannte leichte Ruckeln des Filmes nach dem Rendern trat in unserem Test nicht mehr auf.

Zwischen dem Vorläufer der Version Studio 12 und dem Studio HD konnten wir bei unserem Testfilm ebenfalls einen Zeitunterschied für das reine Rendern von über 10% feststellen. Wer schnell und komfortabel sowie mit HD Video Material arbeiten will, dem ist in unseren Augen zum Erwerb der aktuellen Version Studio HD zu raten.

Insgesamt können wir abschließend sagen, dass das Bearbeiten von Filmen sowie das Erstellen von eigenen DVDs für den Heimgebrauch heutzutage für recht wenig Geld in ansprechender Qualität recht einfach möglich ist. Die Weiterentwicklung der Hardware und die deutlich schnelleren Prozessoren haben hier sichtlich den Hauptanteil. So ist auch ein Arbeiten mit der nun schon ein paar Jahre alten Version Pinnacle Studio 10 durchaus möglich. Aber wie unser Test des Pinnacle Studios ergab, haben sich neben dem Funktionsumfang (für die Erstellung normaler DVDs nicht unbedingt nötig), den mitgelieferten Effekten z.b ChromaKey, sowie die Bearbeitung von HD Material auch die Stabilität und die Geschwindigkeit der Software merklich verbessert. Dem Bearbeiten von Filmen mit Untertiteln, Texttafeln, Bildern, Effekten und Sound an einem modernen PC mit etwas besserer Grafikkarte (Onboard Grafikchips funktionieren mit den neueren Versionen nicht) und dem neuen Video Studio HD steht eigentlich nichts mehr im Wege. Dies kann inzwischen wirklich Spaß machen, ohne immer wieder an Bugs, Abstürzen, Hängern und langen Wartezeiten zu verzweifeln. Ein Update ist hier sicherlich lohnend.

Pinnacle Studio ist von unserer Seite als Videosoftware für den Hobbygebrauch zu empfehlen. Die Software bietet für relativ wenig Geld viele Möglichkeiten, Effekte und nette Spielereien zur Filmerstellung an. Erwarten sie aber bitte kein Profiequipment für einen Preis von unter 100 Euro.

Es ist beim Kauf einer Version aber unbedingt darauf zu achten, welches Paket man erwerben möchte. So gibt es neben den Versionsnummern auch immer unterschiedliche Pakete wie Plus oder Ultimate, die über verschieden viele Plug-Ins, Effekte und Bonusmaterial verfügen. Bei günstigeren Basispaketen müssen diese Updates bei Bedarf später oft Online teuer nachgekauft werden. Hier sollte man vorher genau recherchieren, welche Plug-Ins und Effekte man später verwenden möchte, denn sonst können die zuerst günstigeren Versionen im Endeffekt deutlich teurer werden als z. B. die Ultimate Version, in der die meisten Plug-Ins und Effekte schon enthalten sind.

Um die beste Performance und größte Stabilität zu erzielen, sollte man auf einem neuen PC auch die aktuelle Studio HD Software laufen lassen. Wer allerdings einen älteren Rechner oder nur eine Onboard Grafikkarte hat, kann durchaus mit einer älteren Version, z. B. der Version 12 oder sogar 10 besser bedient sein. Die Hardwarevoraussetzungen für die neuen Versionen sollten auf jeden Fall überprüft und berücksichtigt werden. Vor allem ältere Versionen lassen sich u. a. über EBay recht günstig erwerben.

Wer viel Videobearbeitung machen möchte, sollte zusätzlich noch darauf achten, nicht unzählige andere Software mit auf dem „Video Computer“ zu installieren. Aufgrund der großen Rechenanforderung und der vielen unterschiedlichen Videoformate und Codecs ist Videosoftware nach wie vor recht empfindlich, und Konflikte mit anderer, insbesondere Multimedia Software, sind nie auszuschließen.

Als besonders problematisch stellte es sich für uns heraus, verschiedene Versionen von Pinnacle mit verschiedenen Zusatzpaketen auf einem PC zu installieren, da es hier in unserem Test zu fast unüberwindlichen Problemen kam. So ließen sich auf einmal Plug-Ins und Filter bei einer Neuinstallation nicht mehr benutzen oder installieren, da das Pinnacle Studio auf noch alte Einträge in der Windows Registry von anderen Vorgängerversionen trotz vollständiger Deinstallation Zugriff hatte. Erst eine Rücksicherung des XP Betriebssystems auf einen früheren Wiederherstellungspunkt konnte bei uns helfen. Aber hier bitte nicht erschrecken, diese Problematiken treten bei normaler Nutzung und einfacher Installation nicht auf.

Wichtig ist und bleibt aber bei der Arbeit mit Videomaterial immer noch viel Geduld und genügend Zeit, um Spaß bei der Sache zu haben. Dann können sich die Ergebnisse sicherlich sehen lassen.


Vielen Dank an Herrn Hall und die Firma Avid für die Bereitstellung der Pinnacle Studio Testversionen und des Fotomaterials.


©JV 2010

Mittwoch, 30. Juni 2010

Sansa Clip+ MP3 Player - für Jogger und Sportler ein Kauf-Tipp


Sansa Clip+ von Sandisk
Das aktuelle Modell bekommen Sie seit 10.2009 im Handel.

Dieser Mini MP3 Player zeichnet sich durch folgende Features besonders aus:

  • Er ist winzig klein und sehr sehr leicht
  • Der Sansa hat eine Klemme, mit der er z. B. am Kragen oder Hosenbund easy befestigt werden kann, auch bei Lauf- oder Radfahrbekleidung, wo keinepassende Tasche vorhanden ist.
  • Den Sansa gibt es im Augenblick mit einer internen Speichergröße von biszu 8 GB und, für wenn das nicht reicht, auch kein Problem.
  • Das neue Model des Sansa verfügt nun über einen Micro-SD Karten Slot, derin unserem Test auch Karten der Größe 16 GB verwalten konnte.
  • Die Firmware ist intuitiv und sehr einfach zu bedienen, da der Player auchnicht wie viele andere über etlichen Schnickschnack verfügt, den man zumMusikhören ohnehin nicht braucht.
  • Das Display ist klein, doch gut lesbar, und aus unserer Sicht für einenMP3 Musik Player absolut ausreichend.
  • Endlich hat der neuen Sansa Clip+ im Gegensatz zu seinen Vorläufer in der Software nun auch die Möglichkeit, Musikstück direkt über die Ordnerstrukturanzuwählen wie im Dateimanager von z. B. XP
  • Der Sound des Players war auch mit den mitgelieferten Ear Bugs überraschend gut, deutlich besser als bei manch anderem MP3 Player, der mit deutlich über50,- Euro zu Buche schlägt.
  • Hilfreich hier auch der User EQ für persönliche Soundeinstellungen
  • Die Lautstärke des Player ist wirklich ausreichend, auch wenn man statt der mitgelieferten Kopfhörer auf andere Modelle wie z. B. den Koss Porta Proausweichen möchte.
  • Der Player wird an einem Windows PC als Speichermedium erkannt und die Musikdateien können anders als z. B. beim IPod per Drag and Drop auf demPlayer abgelegt werden.

Fazit:
In unserem Test waren wir mit dem Sansa rundum zufrieden. Für seine winzige Größe waren Akkulaufzeit und Sound wirklich sehr zufriedenstellend. Durch den Micro SD Karten Slot konnten wir den Testplayer problemlos auf die beachtliche Speichergröße von 24 GB erweitern. (Ob auch noch Micro SD Karten mit 32 GB erkannt werden, konnten wir leider hier im Test nicht ausprobieren). Für Menschen, die einen wirklich sehr kleinen MP3 Player mit praktischer und stabiler Befestigungsklemme suchen und keine Multimedia Features brauchen zum Abspielen von Filmchen oder bunten Bildchen ist der Player für den Preis ein gutes Gerät.
Für Jogger oder Radfahrer wirklich sehr geeignet.




© JV Nov 2009

Dienstag, 6. Oktober 2009

GPS Tracker mit GSM Modul, ein neuer Trend? - wie, warum und überhaupt.


Wo ist das Auto? Wo ist der Hund? Wo ist das Kind?

Aufgrund der inzwischen sehr günstigen Preise für GPS-Tracker mit GSM-Modul, der überschaubaren Kosten für Tracking per SMS und GPRS, erfreuen sich Tracker immer größerer Beliebtheit. Sie werden in Zukunft sicherlich vermehrt Einzug in unseren Alltag halten.


Neben dem Einsatz im Fuhrpark-Management, werden Tracker mittlerweile als Diebstahlschutz im privaten PKW oder Motorrad fest eingebaut. Als Notfall-SOS-Sender dienen sie immer häufiger zur Ortung von vermissten Kindern oder älterer Menschen, die mit dem Tracker schnell aufgefunden werden und umgehend Hilfe erhalten können. Diese Neuheit kann ebenfalls spannend für den Einsatz im Freizeit- und Sportbereich sein. Tierliebhaber können ihre Haustiere mit einem GPS-Tracker ausstatten.

Anders als bei der aus der TV-Werbung bekannten Ortung über ein Handy im GSM-Netz verfügen diese GPS-Tracker über einen GPS-Empfänger (bekannt aus Navigationsgeräten), der eine viel exaktere Ortung auf wenige Meter genau auch auf dem Land ermöglicht. Die Tracker werden vom Nutzer mit einer GSM-Karte (Handykarte, z. B. D1, D2 oder Eplus) bestückt, die entweder einzelne SMS versendet oder auch sekündliche Positions- und Geschwindigkeitsmitteilungen per GPRS an einen Server oder PC übermittelt. Die laufenden Kosten für die Datenübermittlung hängen jedoch stark von der Anzahl der Mitteilungen sowie vom Vertrag der eingebauten GSM-Karte ab.


Inzwischen gibt es bereits Tracker ab circa 120 Euro, die nur noch mit einer Prepaid-Handykarte bestückt und konfiguriert werden müssen. Auf diese Weise können Tracker ohne die geringsten monatlichen Festkosten zum Tracken per SMS im Notfall oder auf Abruf eingesetzt werden. So reicht ein Druck auf die Notfalltaste am Tracker oder ein kostenloser Anruf auf die Nummer des Trackers mit einem Handy und die Positionskoordinaten, Länge und Breitengrad des Trackers werden automatisch per SMS übermittelt. Nach Erhalt der SMS auf dem Handy des Anrufers oder auf vorher gespeicherte Handynummern, kann nun die genaue Position des Trackers beispielsweise über die Gratis-Software Google Earth bis auf wenige Meter genau angezeigt werden. Anfallende Kosten sind hier nur die reinen SMS Gebühren der Handy Karte im Tracker.


Im Fuhrpark-Management oder bei Taxiunternehmen werden GPS-Tracker zur positionsgenauen Ortung in Echtzeit schon länger eingesetzt. Hier wird der Tracker so konfiguriert, dass er in kurzen Abständen die eigene Position per GPRS an einen Web-Server oder den PC in der Taxi-Zentrale übermittelt. Auf diese Weise kann die aktuelle Position des Fahrzeuges, in dem sich der Tracker befindet, immer direkt auf dem Monitor des PCs oder über ein Portal im Internet verfolgt werden. Sogar Fahrtenbücher für das Finanzamt können so erstellt werden.

Für die positionsgenaue Ortung in Echtzeit können heutzutage schon recht billig Handy-Datenflat-Tarife für GPRS oder SMS abgeschlossen werden.


Beim Echtzeit-Tracking per GPRS ist der einfacher User leider meist gezwungen, auf Online-Portalen der Verkäufer oder der Hersteller wie z. B. Globalsat zurückzugreifen, da es noch keinen einheitlichen Standard für die Übermittlung der GPRS-Daten gibt, was eine Einbindung in Softwarelösungen oder Online-Portale erheblich erschwert. Software-Lösungen zur Echtzeit Überwachung auf dem eigenen PC lassen sich ebenfalls verwirklichen, allerdings - wie unserer Recherche ergab – sind diese bis jetzt nur für Menschen mit Zeit und Know-how geeignet da es sich doch als komplizierter herausstellte als zuerst angenommen.

So fallen neben den Kosten für die Datenübermittlung für die Nutzung der Internet-Portale monatliche Gebühren an, die aber inzwischen mit teilweise unter 10 Euro sehr gering ausfallen.


GPS-Tracker unterscheiden sich in ihrer Funktionalität und der Qualität des GPS- sowie des GSM-Moduls erheblich. Auch die Konfiguration des Gerätes ist sehr unterschiedlich. Die meisten Geräte können über SMS konfiguriert werden, neuere Modelle über Software mithilfe des PCs oder über Online-Portale des Herstellers bzw. des Verkäufers.


Es gibt Tracker die neben der gängigen Funktion zusätzlich noch über einen Sensor verfügen, der auf Bewegung regiert. Dieser ermöglicht zum Beispiel, dass der Tracker automatisch keine Daten sendet, sobald das Fahrzeug, in dem er eingebaut ist, steht. Viele Tracker haben die Option der Einstellung von Geschwindigkeitslimits oder „Geofences“. Mit dieser Einrichtung senden Tracker automatisch eine Alarmmitteilung, wenn eine zuvor im Tracker programmierte Geschwindigkeitsgrenze überschritten oder ein zuvor festgelegtes geografische Gebiet verlassen wurde.

Viele Tracker verfügen auch über eine Abhöhrfunktion (Wanze), die aktiviert wird, indem man den Tracker per Telefon auf der Handynummer der Sim-Karte anruft. Die Tonqualität bei denen von uns getesteten Trackern ließ allerdings zu wünschen übrig.


Andere Tracker haben neben der bereits erwähnten SOS-Taste, die das Versenden einer Notfallmeldung auslösen kann, zusätzlich die Möglichkeit Daten zu loggen. Bis zu über 100.000 Waypoints können so im Tracker gespeichert werden, die sich später per USB-Connect am PC auslesen lassen und als Track z. B. auf Google Earth anzeigen lassen. Auf diese Weise kann die Bewegung des Trackers der letzten Tage dargestellt werden. Damit ergeben sich auch für Freizeitsportler interessante Möglichkeiten, wie zum Beispiel die genaue Darstellung einer mit dem Fahrrad oder zu Fuß (Joggen/Wandern) zurückgelegten Route auf dem PC. Diese Route kann dann für Freunde und Interessierte sichtbar ins Web gestellt und mit Fotos versehen werden. Inzwischen gibt es viele auch kostenlose Web-Portale wie z.B www.gpsies.com .


Neben der Entwicklung von Standalone-Trackern gibt es inzwischen auch Softwarelösungen, die auf Smartphones mit integriertem GPS-Empfänger, wie z.B. dem Iphone oder HTC-Handys laufen. In naher Zukunft ist hier sicherlich mit vielen günstigen und vielleicht sogar kostenlosen Software-Alternativen zu rechen. Im Augenblick haben wir noch keine günstige und stabil laufende Software gefunden, die frei konfigurierbar war. Weitere Probleme sind derzeit die sehr kurzen Akkulaufzeiten im Smartphone, wenn der GPS-Empfänger aktiviert ist, sowie das größere Gewicht und die höhere Empfindlichkeit.


Tracker gibt es im Web oder über eBay von verschiedenen Herstellern günstig zu kaufen. Hier ist allerdings etwas Vorsicht geboten! Viele Plagiate sind im Umlauf, die eine deutlich schlechtere Qualität als die Originale aufweisen.



Aufgrund unseres Tests möchten wir gerne zwei Empfehlungen für Tracker aussprechen, die bei uns einen guten Eindruck hinterlassen haben - dies soll nicht heißen, dass andere Tracker nicht genauso gut sein können! Augenmerk lag bei uns vor allem auf der privaten Anwendung per SMS-Tracking.




Model: TK102





der TK 102 ist ein Klassiker,. Er wird mit allen notwenigen Grundfunktionen wird über eBay und im Web in großen Mengen verkauft. Der Preis liegt bei ca. 140 Euro. Der Tracker ist schon länger am Markt und erfreut sich recht großer Beliebtheit.

Pro:

  • er ist bewährt und funktionierte in unserem Test über GPRS und SMS problemlos
  • mit 140 Euro ist er relativ günstig
  • das GSM-Modul ist sehr gut (einwandfreier Netzempfang)
  • er ist Wasser abweisend
  • er wird mit einem zweiten Austauschakku ausgeliefert
  • als Zubehör können 12 Volt KFZ-Kabel oder größere Zusatzakkus erworben werden


Contra:

  • der GPS-Empfang ist gut, manchmal allerdings weicht er um einige Meter ab, was in der Praxis aber nicht weiter störend auffiel.
  • konfigurieren lässt er sich nur über SMS und neuerdings auch über PC. Dies erfordert aber ein spezielles USB Kabel, hierbei ist aber die Software doch sehr dürftig. So lässt sich die Konfiguration des Gerätes leider auch nicht auslesen.
  • Die SOS und die anderen beiden Tasten sind sehr klein und das einzige LED ist kaum zu erkennen.
  • kein Logger, kein Bewegungssensor

ABER HIER ACHTUNG beim Kauf ! Viele der auch bei eBay verkauften TK102 sind billige Plagiate! Für einen Laien sind die Tracker nicht zu unterscheiden. Unser Test eines Plagiats fiel sehr enttäuschend aus: Die Firmware lief nicht stabil und das GSM-Modul hatte einen extrem schlechten Empfang, für eine Nutzung in abgelegenen Gebieten war das Gerät absolut unbrauchbar.

Original und Plagiat lassen sich beim TK102 nur bei genauem Hinsehen an Kleinigkeiten im Gerät oder Abweichungen bei der Verpackung unterscheiden. So verwendet das Original das Bild eines Hochhaus, wohingegen das Plagiat das Bild von einem Rathaus als Hintergrund hinterlegt:

Unterschiede Plagiat - Original:





Model: TK 5000 (auch SPT10 genannt)



der TK 5000 ist ein ganz neues, gut verarbeitetes Gerät mit Logger und Bewegungssensor. Der Preis liegt deutlich über 200 Euro:


Pro:

  • in unserem Test funktionierte das Gerät einwandfrei
  • der Tracker besitzt einen Datenlogger mit 100.000 Wegepunkten
  • er verfügt über einen Bewegungssensor
  • der GPS- und GSM-Emfpang ist hervorragend
  • drei LEDs sind eingebaut, so dass genau zu sehen ist, ob GPS- bzw. GSM-Empfang besteht und ob der Tracker genügend Power hat
  • gute Tasten, besonders die SOS Taste ist groß genug um sie sofort finden und schnell drücken zu können.
  • der Tracker ist Wasser abweisend
  • ein KFZ-Anschlusskabel ist in der Lieferung enthalten
  • leichtes konfiguriert und ausgelesen über Software am PC. Die Software ist jedoch noch im Beta-Stadium, insbesondere was das Auslesen der Logger-Daten angeht, hier ist allerdings mit einer baldigen Nachbesserung zu rechnen.


Contra:

  • ein Ersatz-Akku wird nicht mitgeliefert
  • er ist deutlich teurer


Herzlich bedanken möchten wir uns bei allen Herstellern für die Bereitstellung der verschiedenen Test-Tracker sowie für den Support, vor allem bei http://www.gpsvision.de/ und bei http://www.glaszer.com/

Empfehlen können wir insbesondere www.Gpsvison.de. Neben einer guten Beratung, besteht hier die Möglichkeit zu dem erworbenen Tracker einen günstigen Online-Portal-Zugang für das Echtzeit-Tracking per GPRS zu abbonieren. Danke hier auch für die Bereitstellung der Fotos

In unserer technisch sehr schnelllebigen Zeit ist in naher Zukunft auf dem Tracker-Markt mit vielen neuen Produkten und Software-Lösungen zu rechnen. Wir gehen außerdem von einem weiteren Preisverfall der Geräte aus. Vor dem Kauf lohnt es sich auf jeden Fall immer wieder, die aktuelle Marktlage zu sondieren.


Wir haben uns bemüht, alle Fakten nach dem heutigen Kenntnisstand zusammenzutragen.
Alle Angaben sind unter Ausschluss jeglicher Gewähr.
© JV 2009